Title:

Schiller, Friedrich

Description:  Schiller, Friedrich. Seine Dynamik, geistige wie körperliche, erwuchs daraus...
deutsch
  
ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012 
 
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Schiller Biografie


»Das Theater glich einem Irrenhause, rollende Augen, geballte Fäuste, heisere Aufschreie im Zuschauerraum. Fremde Menschen fielen einander schluchzend in die Arme, Frauen wankten, einer Ohnmacht nahe, zur Türe. Es war eine allgemeine Auflösung wie im Chaos, aus dessen Nebeln eine neue Schöpfung hervorbricht.«

Was an diesem Theaterabend in Mannheim - man schrieb den 13. Januar 1782 - hervorbrach, war die leidenschaftliche Rebellion gegen eine als morsch empfundene Welt. Und wie niemals zuvor und wie später kaum mehr gab sich das Publikum, ein Augenzeuge berichtete davon, frenetischem Beifall hin; unter stürmischen Tumulten feierte es das Stück, dessen Uraufführung es erlebt hatte. Das Stück hieß Die Räuber, und der Verfasser war ein unbekannter Regimentsmedikus aus Stuttgart, Friedrich Schiller.

Sieben Jahre vor der Französischen Revolution brachen hier all die angestaute Wut, Haß und Rachegelüste gegen die Willkür und Ungerechtigkeit des absolutistischen Staates, ja gegen die ganze bestehende Welt aus. Karl Moor, der Held des Dramas, weist nach einer von seinem Bruder Franz angezettelten Intrige, durch die sich sein Vater und die Geliebte von ihm abwenden, jegliche Ordnung von sich. Enttäuscht von den Menschen, der Welt und Gott, wird er zum Hauptmann einer Bande von Räubern und Mördern, um sein Leid an »diesem Jahrhundert« zu rächen. Er fordert Freiheit, muß freilich bald erkennen, daß grenzenlose Freiheit die verletzte göttliche Weltordnung nicht wiederherstellen kann. Durch die Untaten der Bande in immer tiefere Schuld verstrickt, löst er sich von ihr und stellt sich der Justiz: »da steh ich am Rande eines entsetzlichen Lebens, und erfahre nun mit Zähnklappern und Heulen, daß zwei Menschen wie ich den ganzen Bau der sittlichen Welt zugrund richten würden. Gnade - Gnade dem Knaben, der Dir vorgreifen wollte«.

Karl muß erkennen, daß die irdische Ordnung immer nur das unvollkommene Abbild der vollkommenen göttlichen Ordnung darstellt. Trotz dieser idealistischen Lösung des Konflikts wurde Karl Moors Aufbegehren als das verstanden, was es war: ein politisch-revolutionärer Aufschrei gegen tyrannische Staatsgewalt.

Willkür, Korruption und Ungerechtigkeit des absolutistischen Fürsten hatte Schiller am Stuttgarter Hof aus nächster Nähe beobachten können.

Am 10. November 1759 in Marbach als Sohn eines herzoglich-württembergischen Offiziers geboren, hatte Schiller in Lorch und Ludwigsburg eine angeblich glückliche, idyllische Kindheit verbracht. 1773 aber trat ein Ereignis ein, das seine Jugend fortan bestimmte.

Der württembergische Herzog Karl Eugen hatte zur Rekrutierung geeigneten Offiziers- und Beamtennachwuchses eine militärische Pflanzschule gegründet; um sie mit Schülern zu füllen, erging in selbstherrlicher Manier an seine Offiziere und Beamten die Weisung, begabte Söhne dafür abzustellen. Am 16. Januar 1773 lieferte der Hauptmann Schiller seinen Sohn in der bei Stuttgart gelegenen Solitude ab.

Sieben Jahre lang war Schiller in das Korsett penibelster Ordnung gepreßt; es gab keine Schulferien, keinen Urlaub, kaum freie Stunden, Spaziergänge mit den Eltern wurden unter militärischer Bewachung vorgenommen. Sieben Jahre der militärischen Disziplin, der Entwürdigung - da dem Herzog Schillers rotes Haar nicht gefiel, mußte er es weiß pudern! -, der Demütigung. Am Ende, 1780, konnte Schiller auf ein abgeschlossenes Medizinstudium zurückblicken, zwei Jahre noch lebte er als berüchtigter Regimentsmedikus in Stuttgart, seinem »Loch der Prüfung«.

Das Gefühl, vieles versäumt zu haben, wurde Schiller sein Leben lang nicht los. Seine Dynamik, geistige wie körperliche, erwuchs daraus, aber auch stetige Unrast, der Drang, alles, was versäumt, was ihm verwehrt worden war, mit ungeheurem Aufwand an Energie doch noch zu erzwingen. »Kein Deutscher ist wie er so ganz Bewegung«, schrieb dazu 1905 Hugo von Hofmannsthal, »sein Leben und sein Tod gleicht dem des Fackelläufers, der in sich verzehrt aber mit brennendem Licht ans Ziel kam, sterbend hinstürzte und so stürzend, so sterbend ein ewiges Sinnbild blieb.«
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB: mit Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz, BeurkundungsG, BGB-Informationspflichten-Verordnung, Einführungsgesetz, ... Rechtsstand: 1. August 2012
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrecht, mit …
Strafgesetzbuch StGB: mit Einführungsgesetz, …
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, …
Arbeitsgesetze
Basistexte Öffentliches Recht: Rechtsstand: 1. …
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit …
 
   
 
     
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